NISE-Stim in der DMI Therapie

NISE-Stim

In unserer Praxis wird die nicht-invasive neuromuskuläre Stimulation (NISE-Stim) als ergänzende Maßnahme innerhalb der DMI-Therapie bei Kindern eingesetzt.

Dabei werden Elektroden auf der Haut angebracht, über die elektrische Impulse abgegeben werden. Die Anwendung erfolgt nicht isoliert, sondern ist direkt in die DMI-Therapie integriert. Das bedeutet: Während die Stimulation läuft, wird gleichzeitig aktiv an Bewegungen gearbeitet.

Die Therapie findet dabei individuell angepasst statt, je nach Situation im Liegen, Sitzen oder in Bewegung. Die Anwendung erfolgt im Rahmen der physiotherapeutischen Behandlung und wird in den Ablauf integriert.

Für wen kann die Anwendung in Betracht kommen?

Der Einsatz wird individuell geprüft und erfolgt auf Grundlage einer physiotherapeutischen Befundung sowie, bei Bedarf, in Abstimmung mit behandelnden Ärztinnen und Ärzten.

Eine Anwendung kann insbesondere bei Kindern mit neurologischen oder neuromuskulären Beeinträchtigungen in Betracht gezogen werden, zum Beispiel bei:

  • Spina bifida
  • Muskelhypotonie
  • genetischen Erkrankungen
  • Nervenschädigungen (z. B. Plexuslähmungen)
  • transversaler Myelitis
  • Schädigungen des Rückenmarks
  • Cerebralparesen
  • ausgewählten Myotonien (z. B. SMA, in ärztlicher Absprache)
  • Arthrogryposis multiplex congenita
  • Hüftdysplasien
  • Skoliosen

Wann wird NISE-Stim nicht angewendet? (Kontraindikationen)

In bestimmten Fällen ist eine Anwendung nicht angezeigt. Dazu gehören unter anderem:

  • implantierte elektronische Geräte (z. B. Herzschrittmacher, Baclofen-Pumpe, VNS)
  • Schwangerschaft
  • Epilepsie ohne ärztliche Abklärung vor Beginn der Therapie
  • Kontraindikationen gemäß Herstellerangaben

Vorsichtsmaßnahmen

In einigen Situationen ist eine Anwendung nur nach sorgfältiger Abklärung möglich:

  • leitfähige Implantate (Lage im Verhältnis zu den Elektroden beachten)
  • Epilepsie (nur nach ärztlicher Rücksprache)
  • Tumorerkrankungen
  • Thrombosen
  • Herzrhythmusstörungen (keine Anwendung im Brustbereich)
  • Hautveränderungen oder Narben im Elektrodenbereich
  • Nervenreizungen nach Operationen
  • Veränderungen des Blasentonus
  • Myotonien (z. B. SMA, nur in ärztlicher Abstimmung)

Wichtiger Hinweis

Die Entscheidung über den Einsatz erfolgt stets individuell auf Grundlage der physiotherapeutischen Untersuchung. Die Wirkung kann unterschiedlich ausfallen und ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Die Anwendung stellt eine ergänzende Maßnahme innerhalb der DMI-Therapie dar und ersetzt keine ärztliche oder medizinische Behandlung.

Häufige Fragen zur NISE-Stim Anwendung

1. Ist die Anwendung schmerzhaft?

Die Stimulation wird in der Regel als leichtes Kribbeln oder Ziehen wahrgenommen. Die Intensität wird individuell angepasst, sodass die Anwendung für das Kind gut tolerierbar ist.

2. Ist die Anwendung sicher für mein Kind?

Die Anwendung erfolgt ausschließlich nach physiotherapeutischer Befundung, sowie auf ärztliche Verordnung und unter Berücksichtigung möglicher Kontraindikationen. Vor Beginn wird geprüft, ob die Maßnahme für Ihr Kind in Betracht kommt.

3. Wie läuft eine Behandlung mit NISE-Stim ab?

Die Elektroden werden auf der Haut angebracht, und die Stimulation läuft während der aktiven Therapie. Ihr Kind arbeitet dabei, je nach Situation, im Liegen, Sitzen oder in Bewegung aktiv mit.

4. Ersetzt NISE-Stim die eigentliche Therapie?

Nein. Die Stimulation ist eine ergänzende Maßnahme und wird immer in Kombination mit aktiver Therapie eingesetzt.

5. Wie oft wird die Anwendung durchgeführt?

Die Häufigkeit richtet sich nach der individuellen Situation und wird gemeinsam festgelegt.

6. Gibt es Nebenwirkungen?

In der Regel wird die Anwendung gut vertragen. In Einzelfällen kann es zu vorübergehenden Hautreaktionen kommen.

7. Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Die Anwendung ist nicht Bestandteil der gesetzlichen Krankenkassenleistung im Rahmen der DMI-Therapie.

In Einzelfällen kann ein Antrag auf Kostenübernahme gestellt werden. Eine Bewilligung ist jedoch nicht garantiert und wird individuell durch die Krankenkasse geprüft.

8. Muss mein Kind dafür still liegen?

Nein. Die Anwendung wird individuell angepasst und kann im Liegen, Sitzen oder in Bewegung erfolgen.

9. Kann jedes Kind die Anwendung bekommen?

Nicht in jedem Fall. Vor der Anwendung wird geprüft, ob Kontraindikationen vorliegen.

10. Wie melde ich mein Kind zur Therapie an?

Termine können telefonisch oder über unser Kontaktformular vereinbart werden. Nach einem ersten Gespräch stellen wir Ihnen bei Bedarf einen Vorbereitungsbogen zur Verfügung.

Zum Kontaktformular DMI Therapie

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